
                  Probleme mit dem Sound-Subsystem des Atari F030
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 Autor: Robert Schaffner
        
                                                          Robert Schaffner
                                                          Am Schferpfad 10
                                                          63303 Dreieich
                                                             
 EMail: Robert Schaffner @ OF2                            Tel/Fax/Modem: 06103/67197 
        (MausNet)                                                                        
 
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 F030 - Platinenrevision B/C               
                 
 Zu Bemerken wre gleich am Anfang das mir dieser Fehler bis jetzt erst an
 zwei Falcons der Revision B und C aufgefallen ist. Diese Textdatei kann im
 allgemeinen nicht auf jeden F030 angewendet werden.
 Zumal es schon alleine nur im Soundsubsystemeingang schon zwei verschiedene
 Sound_In Beschaltungen und auch zwei verschiedene Schaltplne gibt.
 
 In jeden Fall sollte man bei Knack- und Kratzgeruschen whren dem Sampeln, 
 dem Abspielen einer CD ect. zuerst sein Augenmerk auf die Klinkenbuchse werfen.
 Ein leichtes Nachbiegen der Kontaktfedern kann hier schon wahre Wunder auslsen.
 
 Bei den beiden Eingangs erwhnten F030-Computern hatten die Soundstrungen 
 jedoch zwei ganz unterschiedliche Ursachen, die am Anfang der Fehlersuche
 die gleichen Symptome aufzeigten.
 
 Bemerkenswert erscheint mir die Tatsache das selbst ein Versuchsweises ffnen
 eines F030 die Garantie erlschen lsst, also erst Nachdenken ob man wegen
 diesem Fehler die Garantie verfallen lsst oder eben seinen Hndler dafr
 konsultiert.

 Nach dem man im Falcon die oberen Abschirmbleche entfernt hat kann man bereits 
 alle Komponenten eines F030 in Augenschein nehmen.
 Zum besseren Handling ist es aber sicherer wenn man die Bleche komplett
 entfernt. Dazu mu leider auch das Diskettenlaufwerk gelst werden. Hier ist das 
 Flachbandkabel recht vorsichtig zu bewegen!
 Auch ist es gut, wenn man bei dieser Aktion den Lautsprecher vorsichtig absteckt, er
 hat recht kurze Anschlusskabel und ist jetzt nur hinderlich.
 Zu ersten Messungen und Tests gengt es allerdings wenn das obere Abschirmblech 
 und das Floppylaufwerk entfernt wird. Das Floppylaufwerk besitzt auf der 
 Unterseite des Rechners drei lange Schrauben, die vierte Befestigung ist ein
 Abstandsbolzen aus Messing der gleichzeitig zur Zentrierung und zur bertragung
 der Rechnermasse zum Laufwerkt fungiert.
 Ebenso so mu bei einem kompletten Ausbau der Hauptplatine das Schaltnetzteil
 und die interne 2.5" IDE-Festplatte ausgebaut werden. Man wird nicht extra
 Betonen mssen das die Festplatte auch in ausgebautem Zustand empfindlich
 gegen Erschtterungen und Schlge ist.

 Da nun das Floppylaufwerk entfernt wurde kann man bereits die Sound_In-Buchse 
 sehen, ebenfalls die drei Spulen mit Ferritmantel und den LM387 der hier als
 Analogverstrker dient.
 Viele der zum Anlogteil gehrigen Bauteile befinden sich auf der Unterseite der
 F030-Hauptplatine, um dort messen zu knnen mu die Platine komplett ausgebaut
 werden. Also erstes kann nun mit einen ganz einfachen Digitalmultimeter
 an der rechten und linken Ferritspule getestet werden ob die Audio-Signale
 bis wenigstens am Ende der Spulen anliegt.

 Der Falcon mu auch nicht unbedingt In Betrieb sein um diesen Fehler zu finden.
 Die Audiosignale lassen sich bei abgeschaltetem Computer leicht bis 
 zum CODEC verfolgen. Ausserdem luft er auch mit ausgebautem Diskettenlaufwerk 
 :-)
 Auch nach den Spulen, in Richtung des LM387 sollte sich am Multimeter bei 
 angelegtem Stereo-Audiosignal noch was tun.
 Natrlich zeigt das Multimeter keine genauen Werte an, sondern eben nur das
 ein Signal vorhanden ist. Das ussert sich mit 'hpfen' der Anzeige.
 Besser whre hier ein Oszilloskop, was aber eben leider nicht jeder hat.

 Liegen die Sterosignale an den Spulenenden an, ist man einen Schritt weiter.
 Die Klinkenbuchse und die Spulen knnen hier ausgeschlossen werden.
 Die mittlere der drei Spulen hinter der Klinkenbuchse liegt brigens im
 Masseanschlu der Klinkenbuchse.
 Man sollte nun am LM387 an PIN2 (Microphone Left In) MLI und an PIN7 
 (Microphone Right In) MRI feststellen ob die zuvor an den Ferritspulen 
 gefundenen Audio-Signale hier auch noch ankommen.

 Ist das nicht der Fall verschwindet das Signal bereits auf dem Weg zu eben 
 diesem Analogverstrker. Das war bei einem Falcon der Revision B der Fall.
 Wenn man von oben auf den Rechner drckte (Floppyseite) war der rechte Kanal
 mit Kratzgeruschen und Aussetzern verseucht. Nach ausbau der Platine konnte
 man sehen das sich die Ltanschlsse der Spulen und einer der Klinkenbuchse
 bereits durch die Pappe einen Weg zum Masse fhrenden unteren Abschirmblech 
 gebahnt hatten. Was natrlich sofort zu einem Kurzschlu des rechten
 Audiosignals fhrte.
 Abhilfe konnte ich dadurch schaffen das ich die Bauteilebeinchen einfach 
 entsprechen gekrzt und die Bauteile erneut eingeltet habe.
 Die Ltbatzen waren an den Auflagestellen schon eingedrckt. 
 Das Floppy war in diesem Rechner brigens nur original ganz leicht 
 Angeschraubt, ein festziehen der Floppyschrauben htte den Fehler wohl eher 
 an den Tag gebracht. So z.B schon bei der Endkontrolle des Falcons!
 
 Die Abschirmbleche liegen in der Mlltonne !

 Bei dem zweiten Falcon hatte ein Aussetzter des linken Kanals die Rechnerffnung 
 zur Folge. Nach dem ich alle Schritte die ich bereits Erlutert habe 
 durchgefhrt hatte blieb ich wieder an der Befestigung des Diskettenlaufwerkes
 hngen, auch dieses Laufwerk war nur lauwarm Angeschraubt.
 Bei korrekten Anschrauben und ca. 5 Min. Samplen war dem linken Kanal kein 
 Gerusch mehr zu entlocken. Um sicher zu gehen kann man die Ausganssignale des
 LM387 (U9) am F030 CODEC (U28) messen, und zwar ist PIN25 des CODEC ber die 
 SMD-Bauteile C128, C124 und R133 fr den rechten Kanal zustndig (MRO) 
 PIN27 des CODEC ber die Bauteile C131, C129 und R145 fr eben den linken Kanal 
 verantwortlich, erst der CODEC bernimmt die Wandlung in die digitale Form.
 
 Bei diesem Falcon war es offensichtlich nun so das sich durch das ebenfalls
 Verspannt eingebaute Diskettenlaufwerk auf der Platinenunterseite die 
 Bauteile C40, C26 nicht mehr so ganz korrekt verhalten haben.
 C40 hatte nur bei kaltem Rechner Verbindung mit seinen Ltstellen, C26 mute
 durch einen neuen SMD-Kondensator ersetzt werden.
 Das Audiosignal des linken Kanals lag an der Spule L33 korrekt an, auch am
 Spulenausgang in Richtung des LM387.  Leider konnte man aber dort am PIN2 
 kein Audiosignal messen, also muten alle Bauteile die sich in diesem 
 Schaltungszweig befinden unter die Lupe genommen werden.
 Das mit der Lupe brigens im wahrsten Sinn des Wortes !

 Bentigt habe ich hierzu nur das Multimeter, bzw. den darin eingebauten
 elektronischen Durchgangsprfer. Das Oszilloskop habe ich erst nach der 
 eigentlichen Reparatur genommen um zu sehen das die Signale auf beiden
 Kanlen auch noch nach dem LM387 (U9) korrekt aussehen.
 Nur damit es nachher keinen hrbaren Unterschiede zwischen beiden Kanlen gibt.

 Bei dieser Gelegenheit ist mir dann auch aufgefallen das beide Falconplatinen 
 auf der Unterseite aussehen als wenn die kein Fachman geltet htte..
 Viele der SMD-Bauteile sitzten entweder total schief auf ihrem Platz oder sind
 so Mangelhaft verltet das man sich ber sonst nichts zu Wundern braucht.

 Eine genaue Beschreibung aller Bauteile die sich in diesen Signalwegen befinden
 wrde sicher den Rahmen dieser einfachen Fehlerbeschreibung bei weitem Sprengen.
 Deshalb hier nur kurz eine Zusammenstellung der Bauteile vom Klinkeneingang
 bis zum CODEC (U28).
 Linker Audio_IN-Kanal:
 L33, R57, R58, C21, C26, R58, R87, C40, R55, LM387  PIN 2
 vom LM387 PIN4 bis zum CODEC: C131, R133, C124  CODEC PIN25
 Rechter Audio_IN-Kanal:
 L35, R92, R90, C81, C79, R84, R88, C55, R87, LM387  PIN 7
 vom LM387 PIN5 bis zum CODEC: R145, C129, R131  CODEC PIN27

 Die Beschreibung dieser Bauteile bezieht sich auf die Revison B (OLD)

 Zu Bemerken whre noch das sich neben PIN 25/27 am CODEC jeweils eine 
 Durchkontaktierung befindet an denen sich besser Messen lsst als an den 
 Anschlubeinchen des Codec selber.
 Sollte diese Aktion jemand nachstellen mssen so sei noch zu sagen das es
 unumgnglich ist alle Sicherheitsvorschriften bezglich der Netzspannung,
 dem Umgang mit einem SMD geeigneten Ltkolben dem Werkzeug und der 
 Schutzvorschriften bezglich statischer Ladungen einzuhalten.
 Ihr Falcon und die sechsfache Multilayerplatine werden es Ihnen Danken :-)

 Alle Leiterbahnen der AUDIO_IN Schaltung befinden sich zum Glck auf der
 Ober- oder auf der Unterseite der F030 Platine, sogesehen als noch ein
 recht einfaches und schnelles Unterfangen.

 An dieser Stelle sein nochmals eindringlich vor dem Verbiegen, Verspannen oder
 sonstwie stark mechanisch Belasten der Multilayerplatine gewarnt.
 Viele andere Verbindungen liegen in den inneren Schichten..
 Da hift auch Anbohren nicht weiter..


        
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